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Geschrieben von joschma
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Sonntag, 28. Januar 2007 |
geboren am 10. März 1872 in Königstein, gestorben am 29. Dezember 1946 in Bad Gottleuba,
Bruder von Georg Schumann,
deutscher
Komponist.
Camillo Schumann wurde am 10. März 1872 in Königstein/Sachsen als Sohn des
Stadtmusikdirektors Clemens Schumann (1839-1918) geboren. Schon im frühen
Kindesalter lernte er mehrere Instrumente zu beherrschen und trug viel zum häuslichen
Musizieren bei. Im Alter von 12 Jahren übernahm er die Leitung der örtlichen
Bläsergruppe zum traditionellen Turmblasen auf dem Turm der Stadtkirche. 1889
trat er in das Leipziger Konservatorium ein, und erhielt dort bis 1893 eine
grundlegende Ausbildung. Seine Lehrer waren der Komponist Carl Reinecke, der
Musiktheoretiker Salomon Jadassohn, der Klavierpädagoge Bruno Zwintscher und
der Organist Paul Homeyer. 1894/95 ging er nach Berlin an die Hochschule für
Musik und studierte bei Woldemar Bargiel und Robert Radecke und machte dort
„einen in jeder Hinsicht rühmenswerten“ Abschluß. Am 1. Oktober 1896 wurde
er an die Stadtkirche St. Georg in Eisenach und an die Wartburgkapelle berufen.
Dort entwickelte er sein Talent in höchstem Maße, interpretierte fast alle
Orgelwerke von Gabrieli bis Reger, und kümmerte sich besonders um die Pflege
der Bach’schen Musik. Neben Bach und Händel, welche seine „Spitzenreiter“ waren,
waren in den Programmen seiner Orgelkonzerte Mendelssohn, Rheinberger, Liszt,
Piutti, Merkel und Samuel de Lange, dem er seine erste Orgelsonate widmete, am häufigsten
vertreten. Hier fanden auch die meisten seiner Uraufführungen statt. Mit seinem
Bruder Georg setzte er sich besonders für den Neubau einer großen
Jehmlich-Orgel und die Instandsetzung des Bach-Hauses ein. Als Pianist,
Organist und Leiter der Eisenacher Triovereinigung war er ein weithin gerühmter
Interpret und Virtuose, besonders bei Aufführungen seiner eigenen Werke. Seine
interpretatorischen und kompositorischen Leistungen würdigten Persönlichkeiten
wie Hermann Kretzschmar, Wilhelm Berger, Paul Claussnitzer, Alfred Lorenz, und
Arnold Schering. Auch Anton Rubinstein äußerte sich über seine
bemerkenswerten Leistungen. Für seine Verdienste wurde ihm der Titel „Großherzoglich
Sächsischer Musikdirektor und Hoforganist“ verliehen. 1911 wurde er
Mitglied der gemeinschaftlichen Sachverständigenkammer Thüringer
Staaten für Werke der Tonkunst in Weimar. Am Brillschen Konservatorium in
Eisenach erhielt er eine Dozentur für Orgel und Tonsatz. Camillo Schumann
siedelte im Jahre 1914 nach Bad Gottleuba über. Dort widmete er sich
ganz dem kompositorischen Schaffen. Die Nöte der Kriegs- und
Nachkriegszeit bewirkten zunehmende Einschränkungen in wirtschaftlicher
Hinsicht, zumal er an seiner traditionellen Kompositionsweise festhielt. Die
damaligen Strömungen der Musik ignorierte er völlig. So wurde es schwierig,
seine neuesten Werke verlegen zu lassen. Doch in seiner Heimat wurde er nie ganz
vergessen. Der Not gehorchend übernahm Schumann weitere kirchenmusikalische
Dienste: in Markersbach (1921-1946) und Langenhennersdorf (1928-1941).
Darüber hinaus komponierte er unbeirrt weiter und konzertierte als Orgelsolist
in Dresden, Pirna und Königstein. In weitem Umkreis erlebte die Kulturszene
durch ihn wahre Sternstunden. Camillo Schumann starb am 29. Dezember 1946 in Bad
Gottleuba, wo er auch beigesetzt wurde. Sein Grab ist noch heute erhalten.
Camillo Schumanns Werk umfasst
fast alle Musikgattungen. Über 300 Kompositionen sind verzeichnet, darunter
eine Vielzahl kammermusikalischer Werke, Klavierwerke, Kantatenwerke mit Orgel
oder Orchester, Werke für Harmonium und ein umfangreiches Orgelwerk. Die
Kammermusik nimmt bei Schumann den größten Raum ein. Er schrieb 3
Klaviertrios, 5 Sonaten für Klavier und Violine, 3 Cellosonaten, 2 Hornsonaten,
2 Klarinettensonaten, 2 Oboensonaten, 1 Flötensonate und viele freie
Kompositionen für die verschiedensten Besetzungen. Fast alle dieser Werke sind
nie veröffentlicht worden und existieren nur im Autograph. Seine sehr durch
Brahms beeinflusste Tonsprache hat zudem die Klangwelt der großen spätromantischen
Liszt-Schule. Bis hin zu Klängen Rachmaninows schreibt er Klavierparte von
ungeheurer Kraft und Virtuosität. Die sehr ausgeprägte wundervolle
Melodienseligkeit, besonders in den langsamen Sätzen, macht diese Werke zu
einem unbeschreiblichen Zeugnis eines nie zur Geltung gekommenen Komponisten.
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Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 11. September 2007 )
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