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Geschrieben von joschma   
Donnerstag, 01. Februar 2007
August Eberhard Rudolf Schumann,

geboren am 6. September 1895 in Dresden, gestorben am 4. März 1966 in Friedberg (Hessen),

deutscher Volksschullehrer, Naturkundler und Heimatforscher.

Er war der Sohn des Tapezierers und späteren Werkführers August Richard Schumann (1866-1947) und der Marie geb. Baldauf (1865-1947). Seine Kindheit verbrachte er in der inneren Neustadt von Dresden. Geschwister hatte er keine. Durch sein Interesse an der Natur und den Naturwissenschaften schickten ihn seine Eltern zum Fletcher`schen Lehrseminar in Dresden, welches er von 1910 bis 1915 besuchte. Im Dezember 1915 legte er seine Abschlussprüfung als Volksschullehrer erfolgreich ab, anschließend absolvierte er seinen Militärdienst in einem Pionier-Bataillon. Nach seiner Rückkehr aus dem Ersten Weltkrieg widmete er sich intensiv seinen botanischen Forschungen in der sächsischen Natur. 1919 erhielt er eine Anstellung als Hilfslehrer an der Volksschule Moritzburg. Im Dezember 1919 unterzog er sich einem zweiten Lehrerexamen, welches er auch erfolgreich beendete. 1920 erhielt er eine Stelle als Lehrer an der 38. Volksschule Dresden-Naußlitz, im Juni 1934 wurde er dort stellvertretender Schullehrer.

1921 heiratete er Gabriele von Schönberg, mit der er 3 Töchter hatte, und zog nach Dresden-Plauen.

1924 wurde er ehrenamtlicher Mitarbeiter im Landesverein Sächsischer Heimatschutz (gegründet 1908). Seit 1928 widmete er sich intensiv der Geschichte des Erzbergbaues im Osterzgebirge. Seit 1930 veröffentlichte er mehrere Beiträge über den Bergbau im Erzgebirge in den Heften des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz. Intensiv wertete er die Grubenakten des Altenberger Bergreviers aus.

Im Spätherbst 1940 wurde er erneut zum Wehrdienst als Offizier in einem Luftwaffenbautrupp einberufen. 1941 starb nach langer Krankheit seine Ehefrau. Am 1. Mai 1945 geriet er in Niederbayern in Kriegsgefangenschaft, aus der am 1. September 1946 krank und geschwächt entlassen wurde.

1943 heiratete er Gertrud Ulbricht, welche er 1943 kennen lernte als sie beim Roten Kreuz tätig war. Da er Mitglied der NSDAP war, erhielt er nach Kriegsende keine Anstellung mehr als Lehrer. Bis 1948 erwirtschaftete er seinen Lebensunterhalt als Bauhilfsarbeiter, Garten- und Lagerarbeiter.

Ab dem 1. April 1948 arbeitete er bei der Wismut AG in Freiberg. Anfang April 1948 stieß er dort zur Ausbildungsgruppe der Geologentechniker. Im Freiberger Revier arbeitete er bis 1950, zuletzt als Reviergeologe. Im September 1950 stieß er als technischer Geologe und Reviergeologe zum Schacht 209 in Bärenhecke. Am 1. April 1951 kehrte er nach Freiberg als Geologe zurück. Im selben Jahr ließ er sich von seiner Frau Gertrud scheiden.

Am 20. Oktober 1953 wurde er wegen angeblicher Agententätigkeit verhaftet. Am 13. Januar wurde er vom Bezirksgericht Chemnitz unter dem Vorwurf der Wirtschaftsspionage zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt, anscheinend sollte dieses Urteil als ein politisches Exempel statuiert werden. Bis zum Oktober 1960 verbüßte er in Waldheim seine Haftstrafe. Am 26. März 1993 bewirkte seine Tochter Gudrun von Krieger die Aufhebung des Urteils und seine Rehabilitierung. Nach seiner abgesessenen Haftstrafe siedelte er kurz vor der endgültigen Schließung der Grenze in die Bundesrepublik über. Seine alte Heimat konnte er nie richtig loslassen, so schrieb er Ende 1963 in einem Brief an einen alten Vertrauten aus der Zeit im Bergbau:

Gerade in der Weihnachtszeit denke ich an unsere bergbauliche Landschaft im Erzgebirge stark zurück. Vor 13 Jahren fuhr ich auf der Grube in Bärenhecke im Müglitztal an. Oft bin ich dort aus meinem Revier, das dicht unter Tage war, empor zur Halde gestiegen und befand mich dann mitten im verschneiten Weihnachtswald, und die Schneeflocken löschen mein Grubenlicht aus. Da sind ganz starke, tief innerliche Eindrücke gewesen, die ich nicht vergessen kann und will, zumal ich die Geschichte gerade dieser kleinen Grube seit dem Jahre 1472 in früheren Jahren bearbeitet hatte.

Spanien war ein stiller Wunsch von Schumann. In den Jahren 1963 bis 1965 machte er Urlaub in Andalusien, Teneriffa und Mallorca und er lernte intensiv Spanisch. Seinen lang ersehnten Urlaub 1966 auf der Insel La Gomera, welche westlich von Teneriffa vorgelagert ist, erlebte er nicht mehr.
Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 11. September 2007 )
 
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