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Berninabahn St. Moritz-Tirano (BB) |
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Geschrieben von joschma
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Samstag, 28. Juli 2007 |
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Streckenverlauf
In St. Moritz endet die Albulabahn. Wegen der unterschiedlichen Bahnstromsysteme beginnt die Berninabahn zwar im selben Bahnhof,
jedoch auf getrennten Gleisen und getrennten Bahnsteigen. Die Bahn
verlässt den Bahnhof in Richtung Osten und überquert auf einem 64 m
langen Viadukt den Inn. Danach führt sie durch den 689 m langen Charnadüra-Tunnel II,
den längsten Tunnel der gesamten Strecke. Die folgende Station
Celerina-Staz ist mit 1716 m ü. M. der niedrigste Punkt auf der
Nordseite des Berninapasses. Bis Ospizio Bernina
wird die Linie nun fast ununterbrochen ansteigen. Nachdem sich die
Strecke dem Inn abgewandt hat, erreicht sie die kleine Station Punt Muragl Staz. Hier befindet sich die Talstation der 1907 eröffneten Standseilbahn nach Muottas Muragl.
Der folgende Bahnhof in Pontresina
stellt zusammen mit dem Bahnhof St. Moritz ein Kuriosum im Netz der RhB
dar: Hier treffen zwei völlig verschiedene Stromsysteme zusammen. Die wechselstrombetriebenen Züge, die über die Strecke aus Samedan eintreffen, benutzen die Gleise 1 bis 3, während die gleichstrombetriebenen
Berninabahnzüge die Gleise 3 bis 7 benutzen. Gleis 3 besitzt eine von
Wechsel- und Gleichstrom umschaltbare Oberleitung. Mit einem speziellen
Signal wird die jeweilige Stromart dem Zugpersonal angezeigt. Somit
können die Züge vom Stammnetz (aus Richtung Samedan) und die Züge der
Berninalinie trotz unterschiedlicher Stromsysteme das gleiche Gleis
benutzen. Auf Gleis 3 findet auch der Lokwechsel für den berühmten
Bernina-Express statt, der zwischen Chur bzw. Davos und Tirano
verkehrt.
Die Strecke wendet sich nun nach Südosten. Nach der Querung des Rosegbaches, der Station Surovas, die früher «Sans-Souci» (Sorglos) hiess, und des Berninabaches
erreicht sie schliesslich die Station Morteratsch etwa 2 km unterhalb
des Morteratschgletschers. Dahinter befindet sich die weltberühmte Montebellokurve, an der die Strecke auf die Passstrasse trifft, die sie bis Ospizio Bernina begleiten wird. Vor der heute modernisierten Kreuzungsstelle Bernina Suot ist bereits die Baumgrenze erreicht. Die nächsten Stationen sind Bernina Diavolezza und Bernina Lagalb; beide sind Ausgangspunkte von Seilbahnen.
Der folgende Abschnitt ist der wohl interessanteste auf der
Nordseite. Hier ist die Route sehr kurvenreich und wechselt von einer
Talseite auf die andere. Zuerst wird der Berninabach auf der 37 m
langen Unteren Berninabachbrücke überquert, anschliessend der Arlasbach, ein Zufluss des Berninabaches. Über die Obere Berninabachbrücke
wechselt die Strecke wieder auf die Ostseite. Südwestlich erheben sich
majestätisch der Piz Bernina und Piz Palü. Es folgt die 175 m lange Arlas-Galerie, eine Schutzgalerie gegen Schneeverwehungen. An der Südwestseite erstrecken sich die kleineren Seen Lej Pitschen und Lej Nair.
Direkt dahinter ragt die 15 m hohe und 283 m lange Staumauer des Lago
Bianco empor, die zugleich die Wasserscheide zwischen Donau und Po
markiert.
Die Bahn führt nun am östlichen Ufer des Sees entlang und erreicht
bei Ospizio Bernina auf 2253 m ü. M. ihren höchsten Punkt. Damit ist
die Berninabahn auch die höchste Bahnlinie (die Bergbahnen ausgenommen)
der Alpen, noch dazu in offener Linienführung und mit ganzjährigem
Betrieb. Da der Abschnitt bis ins Puschlav
besonders stark von Schneeverwehungen betroffen ist, wurden ab der
südlichen Staumauer unzählige Kunstbauten eingerichtet: Die 140 m lange
Scala-Galerie, der 192 m lange Scala-Tunnel, die mit 348 m noch längere Sassal Mason-Galerie und der 54 m lange Drago-Tunnel.
Nach der Grüm-Galerie wird der sehenswerte Bahnhof Alp Grüm
erreicht. Er liegt nicht nur an der Baumgrenze, sondern ist auch der
letzte Bahnhof vor der italienischen Sprachgrenze. Von hier aus
klettert die Linie mit einem Gefälle von bis zu 70 Promille über
mehrere Serpentinen ins Puschlav hinunter. Da dies ohne Zuhilfenahme
einer Zahnstange geschieht, gilt die Berninabahn als eine der steilsten
Adhäsionsbahnen weltweit.
Gleich hinter der Station wendet sich die Linie im engen 180°-Winkel und führt unterhalb von Alp Grüm durch die Obere Palü-Galerie. In einer weiteren 180°-Wende führt sie durch den Palü-Tunnel und anschliessend durch die Untere Palü-Galerie.
Es folgen weitere vier Halbkreisschleifen, bis die Strecke die Station
Cavaglia erreicht. Zwischen Alp Grüm und Cavaglia befindet sich seit
ca. 2000 auch die neue automatische Kreuzungsstelle
Stablini. Sie halbiert diesen verspätungsanfälligen Streckenabschnitt.
Im Zickzackkurs geht es nun ab Cavaglia weiter talwärts via Cadera bis Privilasco.
Ab hier lässt die Strecke die Kehren hinter sich und erreicht, immer
noch mit Maximalsteigung, das Puschlavtal. In Poschiavo trifft sie
schliesslich wieder mit der Bernina-Passstrasse zusammen.
Der Bahnhof Poschiavo wurde auf Wunsch der Gemeinde etwas ausserhalb des Dorfes errichtet. Er besitzt eine Betriebswerkstätte,
in der auch einige historische Fahrzeuge der Berninalinie stationiert
sind. Die verbleibenden rund 17 km bis Tirano sind teilweise noch
gebirgsbahn-, aber zum Teil auch strassenbahnähnlich trassiert. Nach
der erst 1977 eingerichteten Haltestelle Li Curt erreicht die Strecke den Ort Le Prese, dessen Haltestelle sich mitten auf der Strasse befindet. Zwischen Le Prese und Miralago führt sie nun am Ufer des Puschlaversees entlang, weshalb sie ihre Höhenlage von 965 m ü. M. hier nicht verändert.
Unterhalb von Brusio
besitzt die Bahn noch einen letzten Höhepunkt: Den Kreisviadukt, der
eine gewisse Ähnlichkeit mit den Bauten der Albulabahn besitzt. Es
folgt der Haltepunkt der Ortschaft Campascio, die noch zu Brusio gehört. Hinter dem Grenzbahnhof Campocologno,
wegen der dort vorgenommenen Zollabfertigungen ein ungewöhnlich grosser
Bahnhof, erreicht die Strecke schliesslich Italien und nach Überquerung
des Hauptplatzes von Tirano ihren Endbahnhof. Hier trifft die
Berninabahn auf die Normalspurstrecke der staatlichen, italienischen Infrastrukturgesellschaft Rete Ferroviaria Italiana (RFI) durch das Veltlin nach Mailand.
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Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 04. September 2007 )
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