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Spammen demnächst auch staatliche Stellen mit Trojaner-Mails? |
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Geschrieben von joschma
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Mittwoch, 29. August 2007 |
Heute hat ein Radio-Beitrag meine Öhrchen in elefantengroße Lauschlappen verwandelt: Irgendein dusseliger Politiker ist auf die glorreiche Idee gekommen, man könnte ja die Trojaner, mit dem unser offenbar nicht nur körperlich behinderter Bundesinimini seinen Feldzug gegen Terrornetzwerke durch Online-Durchsuchungen auf dem heimischen PC fortführen will, über einen Dateianhang einschleusen, der an Behördenmails dranhängt.
Ich frage mich nur: Wie blöd genau sind die eigentlich? Selbst der
hinterletzte DAU ist in Bezug auf Dateianhänge doch mittlerweile
halbwegs sensibilisiert und weiß, dass er nix aufmachen sollte ohne
vorher 'nen Virenscanner drübergejagt zu haben. Halbwegs
sicherheitsbewusste User haben zusätzlich zum Virenscanner noch eine
Firewall - selbst, wenn der Stasi-Trojaner es auf die Platte schaffen
sollte, hält die ihn dann davon ab, "nach Hause zu telefonieren". Und -
ganz ehrlich - die Jungs, die Onkel Sch. da gerne bespitzeln wollen
würde, basteln wie einst MacGyver aus einem Gummiring, einer
Büroklammer und einem Blatt Papier eine hochtechnisierte
satellitengesteuerte Handgranate. Glaubt da wirklich noch wer, das
ausgerechnet die sich dann so einfach einen Trojaner unterjubeln
lassen? Man kann eigentlich nur noch mit dem Kopf schütteln...
Jungs, legt Euch doch einfach mal 'nen nassen Lappen auf die Stirn und
kommt wieder klar! Mit der PC-Bespitzelung erreicht Ihr doch eh nur die
harmlose Oma, die sich mutig in die Tiefen des Internets wagt und mit
Ihren Enkeln - die von RTL2 nach Australien ausgewandert wurden - per
E-Mail Kontakt hält.
Was mir in dem Zusammenhang schon seit Längerem auf den Nägeln
brennt...: Sehr nett übrigens auch die weiteren Ideen, die Herr Sch. da
so hat. Ich zitiere mal aus einem Spiegel-Interview vom 07.07.2007:
"Man könnte beispielsweise einen Straftatbestand der Verschwörung
einführen, wie in Amerika" und er denke 'darüber nach, ob es
Möglichkeiten gebe, "solche Gefährder zu behandeln wie Kombattanten und
zu internieren"'. Hab ich da was missverstanden? Er hat wirklich
"internieren" gesagt? Und ich dachte, Konzentrationslager wären böse
und schlecht...
Der Gipfel ist ohnehin die so genannte "gezielte Tötung von Verdächtigen
durch den Staat". Sowas ähnliches hatten wir auch schonmal, aber darauf
will ich echt nicht weiter eingehen. Ich stelle mir eher die Frage: Was
genau macht einen verdächtig? Sicherheitshalber lege ich hier und jetzt
ein umfassendes Geständnis ab:
Ja, ich schütze meine Computer vor Hackerangriffen, verhindere damit
staatliche Onlinedurchsuchungen meines PC und mache mich damit
eindeutig verdächtig. Ja, ich habe den Wehrdienst verweigert und konnte
somit als
Zivildienstleistender nicht in staatlichem Drill auf (Un)recht und
(Un)Ordnung eingeschworen werden. Ja, ich habe lange Haare und bin
damit potentiell ein Bombenleger. Ja ich gehe jeden Tag unauffällig
meiner Arbeit nach und bin freundlich zu anderen Menschen (naja, es
gibt auch Ausnahmen), könnte also ein Al-Kaida-Schläfer sein.
Werde ich jetzt nur interniert oder direkt erschossen? Und was ist mit
den knapp 80 Millionen anderen Eingeborenen deutscher Nation, auf die
mit Sicherheit mindestens eines dieser Geständnisse ebenfalls zutrifft
und die damit genauso verdächtig und/oder harmlos sind wie ich kleine
Wurst?
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Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 29. August 2007 )
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