|
Geschrieben von joschma
|
|
Dienstag, 11. September 2007 |
geboren 1941,
deutscher Bildhauer.
Sein Werkstoff ist seit 1967 Holz, welches er unter anderem mit der Motorsäge bearbeitet.
Schumann wuchs in der DDR auf. Er machte dort eine Ausbildung als Holzbauer, danach betätigte er sich als Kunsthandwerker. Der größte Teil seiner Skulpturen sind Tiere. Dadurch, dass das Kulturmagazin "Das Magazin" über ihn berichtet, schafft er den Durchbruch. Anfang der 1970er Jahre bekommt er vom Künstlerverband Leipzig den Auftrag, eine Fußballmannschaft aus Holz herzustellen. Die Figuren missfallen aber dem Auftraggeber. Danach nimmt er keine Auftragsarbeiten mehr an. Zur VIII. Kunstausstellung 1977/78 in Dresden stellt er einen Trabi aus Holz her. Da die Skulptur den Veranstaltern nicht gefällt, wird er wieder ausgeladen. Seine Reaktion darauf ist, dass er den "Holz-Trabi" nach Dresden schleppen lässt und in der Innenstadt "ausstellt". Das Auto wird nach einigen Tagen abgeschleppt und vor seine Haustür gestellt. Ende der 1970er Jahre stellt er sein drittes Werk, einen hölzernen Hundert-Mark-Schein mit dem Bild von Karl Marx her. Mit diesem Werk eckt er wiederum an und zieht sich danach zurück. Für einen Kinderspielplatz im Berliner Stadtpark Lichtenberg fertigt er Tierfiguren an, die 1980 dort aufgestellt werden. In der BRD ist man mittlerweile auf seine Tierskulpturen aufmerksam geworden, er wird mehrmals in den Westen eingeladen, darf aber nicht ausreisen.
Erst 1989 stellt er wieder Skulpturen her, vorwiegend Tiere. Seit 1996 lebt er in Woserin (Mecklenburg-Vorpommern). Nach der Wiedervereinigung stellt er später "kritische" Skulpturen her. Die erste ist Blut Bad Kleinen, mit der er den Tod von Wolfgang Grams bei einem GSG-9-Einsatz in Bad Kleinen verarbeiten will. Mit Stralsund. Die Verbringung thematisiert er den Tod eines Obdachlosen. Der Obdachlose wurde im Winter von Stralsunder Polizisten außerhalb der Stadt ausgesetzt und erfror. In seinem Werk mit dem Titel Hundert Hitler für Mecklenburg, hundert für Vorpommern will Schumann das Thema Rechtsradikalismus umsetzen. Mit einer Holzskulptur mit dem provokativen Titel Arschficker gerät er 2005 in Konflikt mit der Justiz. Die Skulptur zeigt zwei kopulierende Polizisten, die einen realen Vorfall in der Polizeischule Bautzen als Vorbild haben soll. Das Werk, das er vor dem Landgericht in Woserin aufstellte, wurde von der Schweriner Polizei beschlagnahmt, danach fertigte er es ein zweites Mal an; es folgte eine Anzeige wegen Beleidigung und der Verbreitung pornographischer Schriften. Wegen verschiedener Äußerungen sollte er auf Anraten der Polizei auf seinen Geisteszustand untersucht werden. Der Prozess sollte im Herbst 2005 stattfinden.
Weitere Informationen gibt's unter www.schumann-holztiere.de oder www.schumann-skulpturen.de.
|