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Die Unsitte der Weihnachtszeit |
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Geschrieben von joschma
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Samstag, 20. Oktober 2007 |
Grad eben vom Fernseher da komm' ich her,
Ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr!
Allüberall dort in den Werbepausen
Sah ich lauter Spendenaufrufe sausen.
Wo sonst Nahrung, Autos und Lenor
Schaut mit großen Augen ein Kind hervor.
Und wie ich so zappe zum nächsten Kanal,
Da ruft schon der Gottschalk zur Spendengal':
"Knecht Ruprecht", ruft er, "alter Gesell,
Hebe die Beine und spute dich schnell!
Die Zuschauer rufen schon massenweis' an,
Die Hotline zum Spenden ist aufgetan."
Alt und jung sollen mal eben
vom Bestand ihres Kontos möglichst viel geben.
Und unten an des Bildschirmes Rand
Läuft lästig das Spendensummenzahlenband.
Ich sprach "O lieber Herre Christ,
Was ist das schon wieder für ein Mist?
Das ganze Jahr ist das alles scheißegal,
Doch immer wieder pünktlich zur Weihnacht diese Qual!
Hungert Afrika denn wirklich nur jetzt,
Ist die Kriegsgräberfürsorge sonst nie besetzt?
Kommt den Kindern Südamerikas meine Kohle
Für Schulen nur an Weihnachten zum Wohle?
Was ist denn in Deutschland mit Hartz IV?
Wir haben das alles doch angeblich auch hier!
Doch die Deutschen nur, die sonst so Armen
Beweihräuchern ihren unwichtigen Namen
Indem sie spenden wie von Sinnen, wie der größte Held
Und jammern sonst nur sie hätten zum Leben kein Geld.
Von drauß' vom Walde komm ich her,
Ich muss euch sagen, es stinket mir sehr!
Spenden ist gut, die Sach' ist nur
Nehmt es doch bitte wie Martin von Tours.
Der gab seinen Mantel, ohne viel Geschrei,
Direkt seinem Nächsten, nicht in die Mongolei.
Spenden ist gut und durchaus auch richtig,
Doch sollt' sein dabei die Werbung nicht wichtig.
Wer's Geld gibt für TV-Spots und nicht für die Sach'
Macht's mit der Spende wie Siegfried mit dem Drach.
Teilt eure Habseligkeit und nicht euer Geld,
Auf das man's verpulvert irgendwo in der Welt.
Schauet beim Geben zuerst vor die Tür,
Wer dort in Not ist der danket dafür!
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Letzte Aktualisierung ( Samstag, 20. Oktober 2007 )
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