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Anne Frank ist jugendgefährdend! |
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Geschrieben von joschma
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Samstag, 30. Januar 2010 |
Anne Franks Tagebücher sind jugendgefährdend!
Meinen zumindest die Eltern eines Schülers im US-Bezirk Culpeper County. Die zuständige Schulbehörde hat reagiert, sodass 12- bis 13-jährige Achtklässler jetzt nur noch eine "entschärfte" Version zu lesen bekommen. Na meinetwegen. Aber was da zensiert wird,
gibt mir dann doch zu denken.
Ich habe Anne Franks Tagebücher
zwar nie gelesen, denke mir aber dass sie ziemliche Grausamkeiten aus Ihrer Internierung im Konzentrationslager berichtet. Aus dem Allgemeinwissen dazu ist das eine oder andere bestimmt jugendgefährdend, könnte man also insbesondere für die 12- bis 13-jährige Schulkinder-Zielgruppe behutsam entschärfen.
Aber nein - die Amis haben mal wieder ein Problem mit... Sex. Ja, richtig gelesen: Sex. Anne Frank hat wohl auch "vollkommen normale" Tagebucheinträge eines pubertierenden Mädchens gemacht und sich darin - oh Gott - mit Ihrem Körper beschäftigt: "Wenn ich auf dem WC bin, schaue ich manchmal nach, und dann sehe ich
ganz genau, dass der Urin aus einem Loch in der Vagina kommt, aber oben
ist noch ein Ding, da ist auch ein Loch drin, aber ich weiß nicht, wozu
das dient.“
Ähm ja. Sowas kann man Achtklässlern nun wirklich nicht zumuten. Im Vergleich zur massenhaften Misshandlung, Euthanasie, Vergasung, Erschießung, sonstwas von tausenden Nicht-Ariern ist ein solcher Tagebucheintrag natürlich absolut indiskutabel. Man beachte auch die versaute Ausdrucksweise: WC statt Klo, Urin statt Pisse, Vagina statt Fotze...
Was diese "pornografische" Passage betrifft, haben gleichaltrige Schulkinder bestimmt ausgerechnet hier sehr ähnliche Probleme und sind vom Tagebuch sogar nicht irritiert. Bloß der gesamte Rest könnte etwas verstörend wirken.
Hatte ich schon erwähnt das die Amis spinnen?
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Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 02. Februar 2010 )
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Das Tagebuch der Anne Frank enthält keinerlei Einträge über die Grausamkeiten in einem KZ. Es ist zwar so, dass Anne das KZ nicht überlebt hat, aber die Einträge finden vor ihrer Inhaftierung statt. Sie beschreibt dort das beengte Zusammenleben mit ihrer Familie (Eltern, Schwester), sowie fremden Personen in Amsterdam, wo sie vor den Nazis versteckt wurden. Und eben das beschreibt sie aus ihrer Sicht als 13jähriges, pubertierendes Mädchen, das sich trotz der widrigen Lebensumstände auch Gedanken über Liebe und ihr Aussehen macht.
Also keine KZ-Gräueltaten, keine Vergasung. Aber weil man eben weiß, wie sie enden musste, macht das das Buch noch wertvoller.
Also, auch wenn ich Ihnen in Ihrer Meinung über die überzogene Prüderie der Amerikaner zustimme ... bitte lesen Sie doch wenigstens die Inhaltsangabe eines Buches auf Amazon, wenn Sie darüber etwas schreiben wollen.
MfG