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Geschrieben von joschma
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Freitag, 05. Februar 2010 |
Die Love Parade entwickelt sich immer mehr zu einer Peinlichkeit für das gesamte Ruhrgebiet. Nachdem Essen und Dortmund zwei Steilvorlagen geliefert haben, hat sich bereits für 2009 Bochum disqualifiziert: Die vorhandene Infrastruktur der Stadt reiche nicht aus, die erwarteten Besuchermassen zu bewältigen.
Hallo? Wie doof sind denn die Bochumer?
Die Loveparade ist ja jetzt nicht grade die neueste Innovation, schon aus der Zeit, wo sie noch in Berlin stattfand kennt man die zu erwartenden Besucherzahlen. Genauere Vergleichswerte, sie sogar einigermaßen zur Region und in die aktuelle Zeit passen, hat man von Essen und Dortmund. Man hätte also mit konkreten zahlen planen können bevor man sich als Veranstaltungsort anbiedert. Aber dazu fehlt Bochum die Intelligenz: Die schreien erst "Hier!" und merken erst wenn's ernst wird "oh oh, unser pieseliger Provinzbahnhof ist ja viel zu klein!".
Bochum, raus!
In 2010 könnte es noch blamabler werden, wenn ausgerechnet in dem Jahr, in dem das Ruhrgebiet Kulturhauptstadt ist, eine solche Veranstaltung ausfällt. Sicher, ob es sich dabei um "Kultur" handelt, mag dahingestellt sein, mein Ding isses auch nicht. Aber die intellektuellen Kritiker, denen die Loveparade zu profan ist, mögen an Kerkelings legendären "Hurz" denken. So viel dazu, diese Diskussion ist für mich abgehakt und nicht Thema.
Thema stattdessen ist die Finanzierung. Duisburg ist Pleite. Gut, konnte man im Gegensatz zum (schon Jahre vorher) offensichtlichen Problem von Bochum vielleicht nicht unbedingt mit rechnen. Wobei eine Pleite allgemein ja immer mit nicht rechnen können zu tun hat... egal. Jedenfalls ist Duisburg Pleite und kriegt daher die Veranstaltung nicht finanziert. Jetzt soll der Regierungspräsident in Düsseldorf sein OK geben, sogar der Landtag hat sich eingeschaltet.
Hää? Wat? Da will 'ne privatwirtschaftliche GmbH 'nen Musikevent ausrichten, und das scheitert weil die Stadt in der es stattfindet kein Geld hat? Hab ich was nicht mitbekommen? Bezahlt Duisburg dafür, dass die Loveparade kommt? Also wenn ich mich singend auf die Straße stelle - wie ich finde auch eindeutig ein Musikevent - bezahlt man mich höchsten dafür das ich wieder aufhöre. Und zwar so schnell wie möglich, sonst gibt's haue.
Aber nee, die Parade selber finanziert die Lopavent GmbH wohl komplett selber. Duisburg hat ein Problem mit der "Nichtgenehmigung kommunaler Kosten, die außerhalb des Veranstaltungsgeländes begründet sind", so die Duisburg Marketing GmbH DMG.
Was soll das denn sein? Kosten für Müllentsorgung oder Dixie-Klos? Zahlt ja wohl der Veranstalter. Wen ich Polterabend feiere, hab ich schließlich auf die Kosten für die Entsorgung an der Backe. Und zwar die komplette Entsorgung, also auch die Müllverbrennung, die schätzungsweise "außerhalb des Veranstaltungsgeländes" liegt (ein Polterabend ist zwar trashig, den in der Müllverbrennung zu feiern dann aber doch ziemlich strange). Sonderzüge um die Besucher an- und abzukarren? Dafür kaufen die doch Bahntickets!
Entweder ist die Kiste komplett von der Lopavent GmbH finanziert, dann ist auch alles drumrum abgedeckt. Oder eben nicht, dann ist das aber deren Problem. Da hat weder Duisburg, noch sonst irgendeine öffentliche Stelle was mit am Hut.Die Diskussion an sich reicht also schon, um Bochum locker zu überbieten.
Duisburg, ganz raus!
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Letzte Aktualisierung ( Freitag, 05. Februar 2010 )
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zuletzt ins Gästebuch geschrieben...:
Cornelia Schmidt Das hier ist schon eine sehr anspruchsvolle Seite. Weiter so Herr Schumann! Gruß Conny
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